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Volles Programm, überwältigend und herzerwärmend, fantasievoll und fröhlich, informativ und inspirierend – bei der ExtraSchicht

Mit Superlativen punktet die ExtraSchicht Jahr für Jahr… so auch 2017: ExtraSchicht ist, wenn 235.000 Leute durch die Metropole Ruhr reisen, um ja nichts von der Nacht der Industriekultur zu verpassen – in 21 Städten, an 46 Spielorten, mit 2.000 Künstlern

Silent Cinema in der Jahrhunderthalle Bochum

Heute Abend wollen wir Bochum, Herne und Hattingen besuchen. Zuerst fahren wir gegen 18 Uhr die Jahrhunderthalle in Bochum an. Allerdings mit dem Auto – das bleibt dort stehen und von dort aus benutzen wir die Öffis und ES-Busse, die im Rahmen des ExtraSchicht-Tickets kostenlos sind. Den Science Slam haben wir uns als Highlight dort ausgeguckt. Auf dem Weg lassen wir die imposante Industriekathedrale auf uns wirken und geniessen das Silent Cinema, die Riesenschaukeln und besuchen den Klaviermarathon des Klavier-Festival Ruhr. Wir sehen und vor allem hören fasziniert der Interpretation von Sihan Zhang des Stückes „The Days fly by“ von Frederic Rzewski zu.

Klaviermarathon in der Jahrhunderthalle Bochum

Mächtige Industriekathedrale Jahrhunderthalle

Die Jahrhunderhalle ist Industriekathedrale und ein Riesen-Festspielhaus der Industriekultur, aber gleichzeitig auch eine Naherholungsoase im Revier. An diesem Ort offenbart sich der Transformationsprozess einer ganzen Region. Einst repräsentative Ausstellungshalle der Jahrhundertwende, dann imposante Gaskraftzentrale des Bochumer Vereins, eines der ehemals größten Hüttenwerke der Region, nun renommierte Kulturkathedrale mit Gebäudeensemble in einer neuen, urbanen Parklandschaft.

Schlangestehen für den Science Slam, Jahrhunderthalle Bochum

Science Slam zum Thema ZEIT

Das Oberthema beim heutigen Science Slam in der Jahrhunderthalle ist die Zeit. Darius Rupalla tritt gegen Laura Drisch mit einem Slam zur „Pharmazie und Zeit“ an. „Ach Kacke“ erklärt der Apotheker Darius mit Leichtigkeit und Witz sein Thema in zehn Minuten und fängt locker die Stimmen des Publikums ein. So isset nämlich: das Publikum stimmt ab, wer als Sieger hervorgeht und erneut gegen Sieger der anderen Runden antritt. Darius go!

Wir sind endlich drin: Science Slam, Jahrhunderthalle Bochum

Klaro haben wir vorab eine Tour geplant. Allerdings stellen wir schnell fest, das wir ganz flexibel sein müssen, da manches länger dauert oder wir uns mehr Attraktionen an der Location anschauen als ursprünglich geplant. Aber so soll es ja auch sein: genießen und treiben lassen! Daher kippen wir zunächst die Flottmannhallen in Herne mit dem Konzert der Banda Senderos, auf die ich mich mega gefreut hatte und fahren mit der ES17 direkt zum Hbf Bochum, von dort ist es nicht weit bis zur Privatbrauerei Moritz Fiege. Und bloß nix mit sich rumschleppen! Die Nacht ist auch so anstrengend genug und es gibt diverse Stände, Restaurants und Imbisse bei denen man sich gut verköstigen kann. Bevor wir Bochum ansteuern, knabbern wir ein Laugenbrezel und trinken eine hausgemachte Limo.

Im Fanshop der Privatbrauerei Moritz Fiege kann man dem Nieselregen auch entgehen

Von Herzen und von hier: Privatbrauerei Moritz Fiege

Mitten im Ruhrgebiet – im Zentrum Bochums – braut seit 1878 die Privatbrauerei Moritz Fiege. Ehrlichkeit, Bodenständigkeit und Stolz auf handwerkliche Qualität prägen die Region und die Brauerei. Fiege Pils erkennt man am hopfenbezogenen Charakter – erworben durch das Brauen mit feinsten Aromahopfen. Charaktervolle Biere, vielfältiges Engagement in der Region – in Moritz Fiege lebt die Ruhrgebietskultur. Auf das, was kommt!

Interessante Details zum Lagerkeller der Privatbrauerei Moritz Fiege

Braukunst vor Ort erleben – das wollen wir und nehmen an der Besichtigung des historischen Teils der Brauerei und Sudherstellung teil. Es ist allerdings nur ein Rundgang, der recht schnell passiert ist. Der Mitarbeiter am Lagerkeller gibt launig noch ein paar Infos. Das war ein bisschen mager und wir hatten uns das ganze ausführlicher vorgestellt. Mittlerweile hat ein hartnäckiger Nieselregen eingesetzt – bah, das braucht jetzt kein Mensch! Schade für die tollen Attraktionen draussen – aber bisher lassen sich die Besucher kaum davon beeindrucken. Wir auch nicht – einfach weitermachen…

Hmmmhhh – Pastrami Burger GOAT von der Bordsteinschwalbe

Pastrami Burger von der Bordsteinschwalbe

Der kleine Hunger treibt uns zu den Food Trucks. Die Bordsteinschwalbe animiert uns mit ihrem Burger-Angebot. Der Pastrami-Burger „Goat“ mit Rindfleisch – gepökelt und gesmoked – Ziegenkäse, Preiselbeeren, hausgemachter Senf-Mayo mit Minze und Zitrone, Rucola und Tomaten ist für mich die richtige Wahl und einfach lecker! Dazu gibt’s ein Fiege Radler in der Plopp-Flasche (Bügelverschlußflasche) und ich bin mehr als gut gesättigt und zufrieden. Während dessen lauschen wir dem Krimi Battle beim Food Market. Für die Lichtinstallation von Philipp Geist ist es leider noch zu hell, da wir die Reihenfolge unseres Ursprungplans geändert haben… Also bewegen wir uns zu unserem nächsten Ziel: Flottmannhallen in Herne. Dazu nehmen wir die U35 vom Hbf Bochum.

Poetry Slammer und Gitarrist in der U35 machen Comedy

ExtraFahrt mit Comedy

Die Rolltreppe runter Richtung U35 gibt’s eine Comedy-Bühne, die auch wieder gut besucht ist. Wir halten auch an, das Thema Teenies, Medienkonsum und Freundschaften ist so wortwitzig umgesetzt, das wir uns losreißen müssen, um unsere Bahn nicht zu verpassen. In der U35 ist heute ExtraFahrt mit Comedy. Die Zeit verfliegt mal wieder während wir zuhören und grinsen. Am Archäologie Museum in Herne – das lassen wir aus, es geht einfach nicht alles, man muss in dieser Nacht Prioritäten und seine eigene Hitliste setzen – müssen wir umsteigen in die ES20. Schnell sind wir an den Flottmannhallen.

Rudelsingen an den Flottmannhallen in Herne mit Schirm, Charme und Stimme

Party-Eskapismus mit Banda Senderos

Das erste Konzert der Banda Senderos um 20 Uhr hätten wir nicht geschafft, aber nun peilen wir das um 22 Uhr an. Wir kommen an der Aussenbühne vorbei, wo sich Menschenmassen zum Rudelsingen eingefunden haben. Viele Schirme und Regenjacken sind zu sehen und die sangesfreudigen lassen sich nicht vom Nieselregen runterziehen. Wir gehen in die Halle und kommen gerade eben rechtzeitig zum Konzert der Banda Senderos.

HAMMMMMAAAA – Banda Senderos live in den Flottmannhallen, Herne

Die machen richtig Party und alles tanzt und singt mit. Kriege, Umweltzerstörung, Donald Trump. Aktuell gibt es irgendwie genügend Gründe, mit der Welt und dem Alltag unzufrieden zu sein. Gegen den Weltschmerz verschreibt Banda Senderos Party-Eskapismus! Dort wo Latinklänge aus Südamerika druckvoll mit elektronischen Beats und den Popeinflüssen dieser Welt aufeinandertreffen, feiert die Band Senderos mit der hüftschwingenden Meute eine Party um die neuste Entdeckung aus dem Herzen des Ruhrpotts: Reggae/Dancehall/Pop/Cumbia-Fusion. Mit Schmackes im Herzen – in der Seele – sprechen sie die wichtigste Sprache unserer Welt: Musik.
Die Halle ist mächtig aufgeheizt und wir schwitzen wie blöd – aber wir feiern und tanzen begeistert mit! Nach dreißig Minuten Party verabschieden sich Banda Senderos unter einem Mega-Applaus des Publikums. WOW – das ist mein persönliches Highlight heute Nacht!

Die Flottmannhallen in Herne – vielseitige Kulturstätte

Jugendstilbau mit Kultur: Flottmannhallen

70 Jahre lang wurden in dem fünfsschiffigem Jugendstilbau von 1909 Bohrhämmer und Kompressoren für den weltweiten Bergbau gebaut, bevor 1986 Kultur und Sport einzogen Kabarett und Comedy, Schauspiel und Figurentheater, Zirkus und Tanz, Jazz-Musik, Jugendkultur und Ausstellungen, ferner Judo und Aikido sowie eine gemütliche Szenekneipe. Das alles spielt sich seitdem hinter der denkmalgeschützten Fassade im Herner Süden ab. Dazu außen ein weitläufiger Skulpturenpark plus restauriertem Jugendstil-Tor.

Kunst in den Flottmanhallen in Herne

In den Flottmannhallen schauen wir uns die Kunstausstellung an und müssen erschreckt feststellen, das es verdammt knapp wird, unser letztes Highlight – die Henrichshütte mit dem Feuerwerk um Mitternacht noch rechtzeitig zu erreichen. Also fahren wir zurück Richtung Hbf Bochum. Vor Ort müssen wir einsehen, das wir heute kein Feuerwerk mehr erleben werden – die Zeit reicht nicht mehr. Also fahren wir zurück zu unserem Ausgangspunkt – der Jahrhunderthalle – wo unser Auto auf uns wartet.

Jede ExtraSchicht ist einzigartig und Jahr für Jahr kann man viel Schönes erleben! Aber bitte nehmt euch besser nicht zuviel vor: time flies when you are having fun! Der Tipp der ExtraSchicht-Macher drei Standorte entlang einer ES-Linie zu wählen ist schon schlau, sonst verweilt man mehr in Bussen und Bahnen als bei den Attraktionen der Locations. Ordentlich was los bei der ExtraSchicht 2017 – ich freu’mich schon auf 2018 – es bleibt spannend!

ExtraSchicht
von 18 – 2 Uhr

Die nächste ExtraSchicht findet am 30. Juni 2018 statt.
Immer der letzte Samstag im Juni.

Tickets
normal 17,- Euro VVK ermässigt 14,- Euro
Tageskasse 20,- Euro
Freier Eintritt für Kinder unter 6 Jahren

Meine Tour heute:
1. Jahrhunderthalle Bochum
2. Privatbrauerei Moritz Fiege Bochum
3. Flottmannhallen Herne

Mit Imbissen und Getränken:
Laugenbrezel 3,- Euro
Hausgemachte Limo 0,3l 3,80 Euro
Burger Goat 7,50 Euro
Fiege Radler 0,5l 4,- Euro
Cola 0,5l 3,- Euro
Latte Macciato 3,80 Euro

Hier im Blog mein Besuch der Extraschicht 2015 – Raum Essen und Bottrop – und der Extraschicht 2016 – Raum Duisburg.

Mein Besuch fand am 24. Juni 2017 statt.

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