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Phantastischer Blick auf ferne Galaxien – Walter Hohmann Sternwarte

Hotel Maximillians:
ca. 10 Min. (3,2 km)
Hotel an der Gruga:
ca. 10 Min. (3,2 km)

Nach dem Saharastaub der letzten Woche ist der Himmel über Essen bei dieser frühsommerlichen Schönwetterlage superklar! Es ist DIE Gelegenheit, mal zur Sternwarte zu fahren und einen Blick auf ferne Galaxien zu riskieren…

Die Walter Hohmann Sternwarte liegt im Stadtteil Schuir – dem wohl dunkelsten Fleck Essens

Wenn das Interesse am Sterneschauen erwacht, dann ist der Anlass dafür oft ein Fernsehbeitrag, ein Zeitschriften-Artikel oder ein Buch. Phantastische Bilder verlocken dazu, das Universum mit eigenen Augen zu erforschen. So auch bei meinem Sohn… Kostenlose Gelegenheit dazu bietet die Walter Hohmann Sternwarte.

Gedenkstein für den Essener Namensgeber, Wegbereiter und Pionier der Raumfahrt Walter Hohmann

Die Walter-Hohmann-Sternwarte in Essen

Im Essener Stadtteil Schuir befindet sich, eingebettet in Felder und Waldstücke, die Walter-Hohmann-Sternwarte. In der Nähe der Niederlassung des Deutschen Wetterdienstes (Wetteramt) entstand hier an der Wallneyer Straße in den letzten Jahrzehnten eine Volkssternwarte, die trotz ihrer Nähe zur Großstadt durch ihre relativ lichtgeschützte Lage noch die Möglichkeit bietet, den Sternhimmel zu beobachten.

Der Garten der Sternwarte mit den Beobachtungsstationen

Zu diesem Zweck stehen mehrere Teleskope zur Verfügung, an denen während der offiziellen Öffnungszeiten unter fachkundiger Anleitung Entdeckungstouren am Sternenhimmel gestartet werden können.

Vortrag Astrobiologie von Jochen Schmitting

Heute Abend gibt es um 20 Uhr einen Vortrag: Astrobiologie – die Suche nach der Herkunft des Lebens von Jochen Schmitting. Es geht um die physikalischen Bedingungen für die Entstehung des Lebens und das irdische Leben als Anschauungsfall – wie es uns in seiner Komplexität und seiner Anpassungsfähigkeit an extreme Bedingungen begegnet. Der Nachweis organischer Moleküle außerhalb der Erde und von Exoplaneten, die auch Leben tragen können, kommt ebenfalls zur Sprache.

Der Infokasten befindet sich direkt am Parkplatz

Ein gemeinnütziger Verein betreibt die Sternwarte, beteiligt sich auch an der Planetoiden-Forschung und stellt regelmäßig ein interessantes Vortragsprogramm von Fachastronomen und Amateuren aus Volkssternwarten, Planetarien, astronomischen Vereinen und Institutionen.

Der Vortragsraum mit 45 Plätzen und moderner Projektionstechnik ist in der ehemaligen Schule von Schuir untergebracht

Im Anschluß an den Vortrag folgt eine angeregte Fragerunde und Diskussion. Und danach geht ein Großteil der Zuhörer endlich zu den Teleskopen im Aussenbereich. Hier – in Schuir, am wohl dunkelsten Fleck in Essen – allerdings gäbe es „Klassenkeile“ für unnötige Lichtquellen: Also ab jetzt leider keine Fotos mehr!

Anschauungsobjekte in den Regalen und Vitrinen der alten Schule

Was sieht man im Teleskop?

Immerhin, das Teleskop bietet nicht nur ein Livebild, sondern auch eines, das man mit den eigenen Augen aufnimmt. Und wer seine Beobachtungsgabe trainiert und nicht gleich aufgibt, der bemerkt einiges am Nachthimmel. Besonders wenn das Bild einen Moment oder zwei ganz stillsteht und nicht vom stetigen Wirbel der Erdatmosphäre verquirlt wird. Der Blick ins Teleskop ist eben nicht ein einfaches hinschauen und erkennen, wie wir es vom Fernsehprogramm gewohnt sind. Sehen, wirkliches Sehen am Teleskop muss man erlernen. Dann erschließen sich aber auch wunderbare Anblicke.

Christel Borchers – Heiss Teleskop im Garten der Sternwarte

Objekte außerhalb des Sonnensystems nennt der Sternfreund Deepsky-Objekte, also Objekte in den Tiefen des Weltraums. Es geht um Objekte, die gut und gerne Hunderte, Tausende, ja sogar Millionen Lichtjahre entfernt sind. Mal ganz davon abgesehen, dass man als Mensch selbst von einem Lichtjahr keine Vorstellung hat, auch wenn man weiß, dass es 9,461 Billionen Kilometer lang ist, so bekommt man wenigstens mit, dass diese Objekte verdammt weit weg sind. Entsprechend schwach ist das Licht, wenn es nach seiner langen Reise bei uns ankommt, und entsprechend schwach, also dunkel sind die Objekte. So dunkel, dass unsere Netzhaut die Farben des Lichts nicht mehr erkennt. Das Auge schaltet auf Stäbchensehen um, macht eine Dunkeladaption, wenn keine störenden Lichtquellen in der Nähe sind.

Sohn zwei peppt die langweiligen Selfies auf…

Störende Lichtquellen? Ja, störende Lichtquellen wie Straßenlampen halt. Oder Autos, die Stadt, aber auch die Taschenlampe, das Feuerzeug. Eben alles außer Rotlicht. Ein kleiner Funke Licht, und das Auge verliert seine Dunkeladaption. 20 Minuten dauert es, bis sie vollständig wiederhergestellt ist. Ohne Dunkeladaption kann man nur die hellsten Deepsky-Objekte erkennen, die schwächeren bleiben unsichtbar.

Mehrere Beobachtungsstationen beherbergen die Teleskope

Natürlich gibt es auch Paradeobjekte, die man heute bei der Besucherführung der Sternwarte erkennen kann. Wir zoomen einen Deichselstern des Großen Bär – gemeinhin Großer Wagen genannt. Ein paar helle Galaxien kann ich soweit erkennen, dass ich nicht nur ihren hellen Kern bemerke, sondern auch noch etwas von den Außenbereichen. Sternhaufen und Kugelsternhaufen sind da schon etwas einfacher zu beobachten.

Beobachtungsstation mit Schiebedach

Der Kugelsternhaufen M13 ist der prächtigste am Nordhimmel. Wie gut man die funkelnden Sterne trennen kann, hängt nicht nur vom Teleskop, sondern auch vom Wetter und vom störenden Licht ab – und die Bedingungen sind heute nahezu perfekt!

Hab ja nur so getan, als ob ich es bewegen wollte…

Tja, so sieht es aus, das Universum im Teleskop. Für viele Sternfreunde ist es ungeheuer faszinierend. Lieben Dank an die Sternfreunde der Sternwarte – wir unkundigen Gäste hatten heute immer exklusiven Vortritt am Teleskop und wurden mit begleitenden Erklärungen prima durch den Sternenhimmel und das Universum geführt!

Tipp: Besucher dieser Abende, immer warme Bekleidung (auch in Sommernächten) mitbringen!

Walter Hohmann Sternwarte
Wallneyer Str. 159
45133 Essen
Fon 0201-493941
www.sternwarte-essen.de

Öffentliche Beobachtungen:
Bei klarem Sternenhimmel Mittwochsabends nach Einbruch der Dunkelheit, frühestens ab 20 Uhr und nach den Vorträgen

Sonnenbeobachtung bei schönem Wetter:
Mitte Mai bis Ende August: Sonntags von 14 bis 16 Uhr

Mein Besuch war am Mittwoch, 18. April 2018

Anke Koch

Anke Koch

Seit Februar 2015 blogge ich für die wbw-Hotels und entdecke ständig neue Seiten des Ruhrpotts - oder alte Seiten neu!

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