Essen in Essen, Konzert, Musik, Outdoor, Trinken in Essen
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Magische Extraschicht rund um die Giganten der Industriekultur

Der Pott kocht, er pulsiert, lebt: große Aktionen und feine Performances bewegen über 200.000 Menschen zu den 45 Spielorten der Extraschicht – und ich bin dabei!

Klassische Musik während der Extraschicht in der Tram 107

Klassische Musik während der Extraschicht in der Tram 107

Warme Jacke – leider macht der Sommer gerade Pause – und bequeme Schuhe an und los geht’s! Am Hauptbahnhof starten wir mit der Tram 107 Richtung Zollverein. Die Extraschicht Erkennungsmerkmale Armband und Katalog sind überall zu sehen. Die Straßenbahn ist uralt und rappelvoll. Dennoch sind tatsächlich Künstler da, die uns mit klassischer Musik bespielen. Ein schöner Start!

 Lobende bzw. schimpfende Bräute auf dem Weg zum Tetraeder

Lobende bzw. schimpfende Bräute auf dem Weg zum Tetraeder

An der Zeche Zollverein steigen wir in den Bus nach Bottrop zu einer der Landmarken des Ruhrgebiets, dem Tetraeder. Und im ersten Kreisverkehr geht’s rund! Manni – unser Busfahrer – gibt Gas, dreht mit seinem Gelenkbus sehr zügig mehrere Runden durch den Kreisel. Wir Fahrgäste müssen uns festhalten und fassen gar nicht, was da passiert. Allen macht’s Hölle-Spaß!

„Dieser Weg wird kein leichter sein“ grüßt uns ein „Steiger“ mit Glück Auf

„Dieser Weg wird kein leichter sein“ grüßt uns ein „Steiger“ mit Glück Auf

Ein Fußweg führt von der Haltestelle hinauf zum Tetraeder. „Dieser Weg wird kein leichter sein“ grüßt uns ein „Steiger“ mit Glück Auf. Hinter jeder Kehre wartet eine Überraschung wie poetry to go von Studenten, die 3-Minuten-Geschichten auf alten Schreibmaschinen klappern, eine Wahrsagerin oder den lobenden bzw. schimpfenden Bräuten verzaubern diesen Ort. Oben angekommen, genießen wir den Blick von der Halde über das Ruhrgebiet.

Zauberhafte Elfen umtanzen uns auf dem Weg zum Tetraeder

Zauberhafte Elfen umtanzen uns auf dem Weg zum Tetraeder

Zauberhaft umtanzt von Elfen, brauchen wir dennoch erstmal etwas zu Trinken, bevor wir die Tanzperformance der Folkwang Schule geniessen. Imbiss- und Getränkestände mit moderaten Preisen finden sich an den Orten der Extraschicht, so dass man nicht mit Sack und Pack losziehen muss. Es ist sooo schön hier, aber woanders ist auch noch so viel los – also weiter. Dennoch achten wir schwer darauf, uns eher treiben zu lassen als dauergetrieben durch die Nacht zu hetzen.

Folkwang-Universität der Künste mit "Die Poesie der Zeit"

Folkwang-Universität der Künste mit „Die Poesie der Zeit“

Unser nächster Ort ist die Zeche Carl und das Maschinenhaus. Aber erst wieder Busfahren. Dieser Busfahrer toppt Manni, indem er sogar die Innenbeleuchtung im Bus ausschaltet, während er mit uns durch die Kreisverkehre heizt, und er entertaint dabei: „Jungen Männern, Bussen und Zügen läuft man nicht hinterher…“. „Carl tanzt“ ist das Motto der Zeche heute und neben vielen Darbietungen kann man selbst tanzen oder sogar Tanzschule mitmachen. Im Maschinenhaus reissen uns die emotionalen Darstellungen des Physical Theatre mit.

Sindy Tscherrig: bald werde ich mich räuspern wollen

Sindy Tscherrig: bald werde ich mich räuspern wollen

Extrem schwer ist es, sich für Spielorte zu entscheiden. Dabei hilft es, dem Tipp zu folgen, möglichst nur drei Spielorte entlang einer Extraschicht-Linie auszusuchen. Sonst verliert man sich im Ruhrgebiet recht schnell und sitzt zuviel in Bussen und Bahnen. Zeche Zollverein mit Schacht XII ist unser letzter Ort. Der Doppelbock ist fantastisch inszeniert und die umliegenden Gebäude sind in eine opulente Lichtinstallation eingebunden. Auch die Besucher werden Teil der Illumination. Traumhaft!

Lichtkunst-Projektionen von leucht-werk auf das Gebäudeensemble am Ehrenhof von Schacht XII

Lichtkunst-Projektionen von leucht-werk auf das Gebäudeensemble am Ehrenhof von Schacht XII

Die Nacht rennt uns doch davon – wir fahren die orangerote Treppe zum Ruhrmuseum hinauf und checken die Party „lounge on fire“ auf 38 Meter. Tolle Musik animiert zu tanzen, wird aber etwas gestört durch die laufenden Gäste, die nur das Feuerspektakel auf der Terrasse anschauen wollen. Klavierzauber, Zauberer, Mister M mit seinem Programm Bon Appetit, ein Orchester – all diese Darbietungen nehmen wir auf dem weitläufigen Gelände noch mit, aber die Kokerei schaffen wir nicht mehr. Wir stellen fest, wie platt wir sind und treten, beseelt voller faszinierender Eindrücke, die Rückfahrt an.

Die Extraschicht findet jedes Jahr am letzten Juni Wochenende statt. Ein Wahnsinnsangebot: die Nacht der Industriekultur findet in 20 Städten, an 45 Spielorten mit 2.000 Künstlern und 500 Events statt. Ein Ticket für viel endlos viel Kultur und die Fahrten mit Bussen und Bahnen.

Meine Tour heute:
1. Kulturlinie 107 – Tram vom Hbf Essen zur Zeche Zollverein
2. Tetraeder, Bottrop
3. Zeche Carl und Maschinenhaus, Essen
4. UNESCO Welterbe Zollverein, Essen

mit Getränken und Imbissen:
Riesen Aperol Spritz im Plastikbecher mit frischer Orangenscheibe 4,- Euro
Cola 2,50 Euro
Prosecco 2,-
Ofenkartoffel 4,50 Euro
Stück Pizza 3,- Euro

Extraschicht - Die Nacht der Industriekultur

Extraschicht
www.extraschicht.de
Info- und Tickethotline: 01806-181650
Termin: letzter Samstag im Juni von 18-2 Uhr im Ruhrgebiet
Ticket im VVK 17,- / Tageskasse 20,- ermäßigt 14,-, 4-Personen-Ticket 58,- Euro, Kinder bis 6 Jahre frei

Und hier passend dazu: das weekend-special im Hotel Maximilians und Hotel An der Gruga!

Anke Koch

Anke Koch

Seit Februar 2015 blogge ich für die wbw-Hotels und entdecke ständig neue Seiten des Ruhrpotts - oder alte Seiten neu!

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