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bed for good: Alexander Creutzburg radelt 3.000 km für den guten Zweck

Der Dresdner Unternehmer Alexander Creutzburg fährt einen Monat mit dem E-Bike durch Deutschland und sammelt Spenden

Alexander Creutzburg mit seinem beladenen Haibike im Garten des Hotel an der Gruga

Heute früh bin ich um 10 Uhr am Hotel an der Gruga mit Alexander Creutzburg verabredet. Alexander radelt seit Ende Mai sagenhafte 3.000 km durch Deutschland und sammelt Spenden für Kinder, die sich keinen Urlaub oder Feriencamp leisten können. Ich darf ihn auf einem kurzen Streckenabschnitt begleiten.

Aus 30 sind 31 Tage geworden zugunsten der Stiftung Lichtblick und der Kindervereinigung Dresden e.V.

Auszeit per Deutschland-Tour

Von einer Auszeit hat der Mittvierziger lange geträumt. Bereits seit über zwanzig Jahren ist er selbständig, hat immer Vollgas gegeben und wenig Urlaub gemacht. Jetzt setzt er mit der 31tägigen Radtour durch Deutschland einen Traum um, bei dem ihn seine Familie und seine Agentur tatkräftig unterstützen. Die Idee zum „bed for good“ Projekt entwickelte er, da ihm seine Auszeit irgendwie zu egoistisch vorkam.

„Deutsche Kinder fahren gemeinsam mit Kindern aus Flüchtlingsfamilien in die Nähe von Leipzig, um im Haus Grillensee gemeinsam eine Ferienfreizeit zu verbringen“, erläutert Alexander Creutzburg das Konzept. „Dresden ist nicht immer positiv in den Schlagzeilen, wenn es um das Thema Flüchtlinge geht. Ich finde es toll, dass bei diesem Projekt deutsche und Flüchtlingskinder zusammen untergebracht sind und vielleicht miteinander Fußball spielen“.

Coole Aktion und ich freue mich, das ich ein Stück mitfahren darf – hier am Baldeneysee mit Alexander Creutzburg

Bei einem Tagespensum von 75-125 km fährt Alexander gern zeitig los, auch wenn er eigentlich kein Frühaufsteher ist. Heute musste er zunächst ein geliefertes Ersatzteil an seinem E-Bike, von Haibike für diese Aktion zur Verfügung gestellt, auswechseln. Vom Hotel an der Gruga, übrigens ein vom ADFC als Bett+Bike-Betrieb zertifiziert, radeln wir an der Messe Essen und der Grugahalle vorbei und sind rasch auf der Grugatrasse. Es gibt hier in Essen ein tolles Radnetz auf alten Bahntrassen mit vielen Routen: Natur-, Industrie-, Biergarten-, Krupp Route und viele mehr. Die Grugatrasse führt uns zügig leicht bergab zur Ruhr direkt auf den Ruhrtalradweg, dem wir bis zum Baldeneysee folgen. Nicht der direkte Weg seiner Tour, aber ein schöner Schlenker durchs grüne Essen!

Mit seiner Agentur xport betreut Alexander viele Hotelkunden, holte sie und viele weitere Hoteliers mit ins Boot. Die Spenden kommen zur Hälfte von Alexander Creutzburgs Firma xport communication und zur anderen Hälfte von den Hotels, in denen der Dresdener übernachtet. Jedes teilnehmende Hotel übernimmt eine Übernachtung und für jeden geradelten Kilometer des Anreisetages spendet es einen Euro.

Bei der „Scheckübergabe“: Alexander Creutzburg und Siena Tombrink, wbw hotels

Sehr zügig ist Alexander mit seinem Haibike unterwegs – im Schnitt so 23 km/h – obwohl er nur im „Eco“-Modus fährt, der lediglich harmlos unterstützt und in etwa das mitgeführte Gepäck wettmacht. Anstrengen muss sich Alexander also schon und ich ebenso… mein Fahrrad ist kein E-Bike, aber ich habe auch kein schweres Gepäck und fahre nur ein kurzes Stück mit ihm!

Die Hotels, die bereits Kunden von Creutzburgs Firma sind, haben meist sofort zugesagt, so war etwa ein Drittel der Tour gesichert. Beim Rest hieß es, Überzeugungsarbeit zu leisten. Vom komfortablen Baumhaus mit Küche und Bad über ein nobles Spa-Hotel bis zur alten Villa mit Blick auf die Ostsee war bislang alles dabei.

Noch schnell ein Foto von der Museumseisenbahn Essen schießen und weiter geht’s

Wir passieren die Hespertalbahn, schauen vom Ufer des Baldeneysees auf die opulente Villa Hügel der Krupps und fahren am Motorradtreff Haus Scheppen vorbei. Alexander stellt hier, wie bei seiner gesamten Tour fest, das er viel zu wenig Zeit hat.

… hätte, hätte… Fahrradkette…

Es gibt so viel zu sehen und zu entdecken und es würde sich an vielen Stellen lohnen, zu verweilen. Noch mal würde er so eine Tour mit kürzeren Tagesetappen planen, die mehr Raum für Erlebnisse, Museumsbesuche und Erkundungen an den vielen schönen Orten hätte… Und Essen ist so unerwartet grün und schön! Er will wiederkommen!

Überhaupt ist die ganze Tour für ihn wie eine Art Pilgern auf dem Fahrrad, auch wenn er untrainiert an den Start gegangen ist. Die ersten Tage waren schon gewöhnungsbedürftig… die Umstellung jeden Tag 7-8 Stunden auf dem Fahrrad zu verbringen, musste körperlich und geistig bewältigt werden. Allein, oft stundenlanges Schweigen – dabei sind Kopfhörer für ihn tabu. Er geniesst die Fahrzeit mit allen Sinnen, erschnuppert schon früh Erdbeerfelder.

Alexander checkt die Route per komoot app, denn nach unserem Froyo mit Erdbeeren und Snickers von Sorellis geht’s für ihn weiter Richtung Köln

„Ich habe Dinge gesehen, gehört und gerochen, die ich als Büromensch so noch nie wahrgenommen habe“ erinnert sich Alexander Creutzburg schmunzelnd. Deutschland ist toll, sagt er: der Spreewald, die Mecklenburger Seen, die Lüneburger Heide und auch das Münsterland mit seinen schönen Höfen und den Pferden auf den Weiden, Alexander Creutzburgs Kopf ist voller großartiger Eindrücke und er weiß gar nicht, wo er anfangen soll zu erzählen. Von Essen geht es weiter Richtung Bergisch Gladbach, dann entlang des Rheins zur Mosel.

Aber seine Auszeit ist nicht frei von Arbeit: Fotos müssen beschriftet, Kilometer- und Spenden-Stände sowie Social-Media-Kanäle gecheckt werden. Kann man so die Balance zwischen Auszeit und Arbeit halten? Das wird Alexander am Ende der Tour wissen!

In den Herbstferien werden von den rund 6000 Euro 18 Kinder eine schöne Zeit am Grillensee in der Nähe von Dresden verbringen. Das ist tägliche Motivation für Alexander, auch wenn an heißen Tagen das Wasser unterwegs knapp wird, ein Gewitter die Harmonie stört oder der Akku an seine Grenzen stösst. Ich drücke ihm fest die Daumen, das sein Alptraum, morgens wach zu werden ohne das Haibike geladen zu haben, niemals eintritt 😉

Aktuell hat Alexander Creutzburg bereits weit über 3.000 Euro an Spenden eingesammelt. Neben dem E-Bike, das von der Firma Haibike gestellt wird, hat die Firma YellowFox dem engagierten Amateurradler ebenfalls kostenlos einen Tracker in die Tasche gesteckt, über dessen Signal die Tour in Echtzeit verfolgt werden kann. Wer Alexander Creutzburgs Tour verfolgen möchte, kann dies auf der Seite bedforgood.xport.de, bei Facebook oder bei Instagram machen.

Die gesamte Tour:
Von Dresden über Berlin an die Ostsee, über Rostock und Lübeck weiter in den Norden bis St Peter-Ording, anschließend über Hamburg und Hannover, dann westwärts in Richtung Ruhrgebiet, weiter nach Köln, dann den Rhein entlang bis Koblenz. Anschließend die Mosel entlang bis nach Trier, danach über Nohfelden, Bingen, Frankfurt, Gießen, Kassel, Mühlhausen, Naumburg und Leipzig zurück nach Dresden.

Meine kleine Etappe bin ich am Samstag, 16. Juni 2018 mitgefahren

Anke Koch

Anke Koch

Seit Februar 2015 blogge ich für die wbw-Hotels und entdecke ständig neue Seiten des Ruhrpotts - oder alte Seiten neu!

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